Artikel - Interview mit Jason Morris - 13.01.06

Jason Morris ist der Chefentwickler für "Stargate SG-1: The Alliance" bei Perception. Leider sind seit den jüngsten Erreignissen zwischen JoWooD (Publisher) und Perception (Entwickler) kaum Neuigkeiten ans Licht gekommen.

Gemeinsam mit Stargate-Game.com hat unsere Partnerseite TheSciFiWorld.net, ein Interview mit Morris über seine Arbeit bei Perception geführt. Wir haben für euch die Übersetzung (Kürzungen vorbehalten, der Inhalt wurde sinngemäß beibehalten).Das Interview wurde von Gilles Nuytens geführt.


Das Interview:

Gilles Nuytens:
Danke, dass Sie uns ein Interview geben. Wie kamen Sie dazu Spiele zu entwickeln? Was haben sie studiert?

Morris:
Hallo, kein Problem, gerne! Das Interresse am Spiele designen habe ich bereits mit 12 Jahren entdeckt. Angfangen habe ich mit meinem Bruder an einem Commodore 64. Wir setzten uns hin, schrieben ein paar Codes und daraus wurde unser erstes eigenes Spiel. "Terra Cognita" nannten wir es damals.
Viele Jahre später beschäftigte ich mich immer mehr mit Zeichnungen, Skizzen usw.. Ich kam zu Unreal und begann bei denen mit dem Leveldesign. Später begann ich Mods für Unreal Tournament und Half-Life auszuarbeiten. Dies umfasste Charaktere, Gebäude, Musik uvm.
All das gab mir die Möglichkeit immer mehr zu lernen. Und ich wurde besser! In der Schule studierte ich Kunst und Film.
Als nächsten arbeitete ich als Vollzeit - Texturen - Entwickler bei "MMOG Citizen Zero". Da arbeitet ich an Charakteren, Waffen und Fahrzeugen. Nach ca. 8 Monaten wurde ich zum Chefentwickler befördert und arbeitet weiter an dem damals aktuelle Spieletitel. Nachdem kam ich zu Perception und entwickle bis heute Stargate.


Gilles Nuytens:
Sie sind der Chefentwickler für "Stargate SG-1: The Alliance". Können Sie uns etwas Ihre Arbeit beschreiben?

Morris:
Wenn ich ein Spiel entwickele, möchte ich das es so nah wie möglich an der Wirklichkeit ist. Das bedeutet für mich, dass es möglichst photorealistisch ist und ich soviele Vergleiche mit der wirklichen Welt einbauen möchte. Die tägliche Arbeit besteht bei uns aus der Entwicklung von Missionen, Einrichtungen von Gebäuden, Waffen, Personen, Spezialeffekte, Animationen. Wir wollen natürlich, dass das Spiel auf allen Plattformen gut läuft, was nicht immer leicht ist. Der PC stellt zum Beispiel andere Anforderungen an Grafik etc. wie zum Beispiel die X-Box. Wir beginnen demnächst damit Beleuchtungs- und Partikeleffekte einzubauen.

Gilles Nuytens:
Können sie die Schritte von der Skizze zum fertigen Modell beschreiben?

Morris:
Es gibt natürlich leichtere und schwerere Objekte. Deutlich leichter fallen natürlich, solche Objekte, welche bereits in der Serie gezeigt wurden oder Personen. Solche Objekte müssen schon nicht mehr erfunden werden und auch nicht an das "stargate-Design" angepasst werden. Missionen sind da was ganz anderes. Sie sind sogut wie immer komplett neue Ideen und müssen erst erarbeitet werden. Wir setzten uns zusammen und sammeln Ideen. Beim Design wird auch beachtet, was der Spieler später alles machen kann oder soll. Danach werden Skizzen erstellt und an Hand dieser wird dann entwickelt.

Gilles Nuytens:
Können sie uns den Vorgang vom "echten" Gesicht ins "digitale" Ebenbild des Schauspielers beschreiben?

Morris:
Mit einer sehr modernen Methode wird das erledigt. Wir schicken den Schauspieler etwas Butter zusammen mit Mehl. Danach müssen sie die Butter aufs Gesicht auftragen und mit Mehl "bestäuben". Dann 40 Minuten warten, das ganze abziehen, trocknen lassen und an uns zurückschicken. Nein, scherz. War natürlich nicht ernst gemeint ;) Die Schauspieler lassen sich bei uns mit einem bestimmten Gerät "einscannen", welches die Gesichtseigenschaften und die Hautbeschaffenheit abließt. Daraus wird ein 3D-Modell erstellt und der Körper digital hinzugefügt.

[...]

Gilles Nuytens:
Was ist Ihr Lieblingsort und Ihr Lieblingscharakter im Spiel?

Morris:
Zur Zeit gefällt mir am Besten die Mission in der die Haaken auf einem geheimnissvollen Planeten entdeckt werden. Mein Lieblingscharakter ist Thor, weil er im Multiplayer so lustig aussieht, wenn er mit 'nem rießen Gewehr 'rumrennt.

Gilles Nuytens:
Haben die Erreignisse zwischen Perception und JoWooD Einfluss auf ihre Arbeit genommen?

Morris:
Nein, nicht wirklich. Die Erreignisse mit JoWooD haben eigendlich keinen großen Einfluss auf unsere tägliche Arbeit beim Entwicklen des Spiels. [...] Aber das ist alles lange her und beeindruckt uns nun eh nicht mehr. Wir machen einfach weiter.

Gilles Nuytens:
Welche Unterstützung erhalten Sie von MGM, wenn es darum geht Schiffe/Waffen oder andere Gerätschaften zu entwickeln?

Morris:
Wir haben aus fast jeder Staffel sog. Blueprints bekommen und erhalten viel Unterstützung von MGM. Dies beeinhalten unter Anderem auch die genauen Maße von Geräten o.ä. Auch Photografien vom Set, den Kostümen etc. haben wir bekommen. Wir haben alle Staffeln auf DVD und verwenden diese um detailgetreue Effekte von z.B. Waffen hinzubekommen. Wir haben soviel Material, dass es uns Möglich sein sollte, genau detailgetreue Umgebungen zu erschaffen.

Gilles Nuytens:
Wie werden die "Extrenites" aussehen?

Morris:
Sie sind klein und nicht sehr gut im Kampf. Das ist alles was ich sagen kann.

Gilles Nuytens:
Danke, dass Sie sich Zeit genommen haben uns diese Fragen zu Beantworten.

Morris:
Gerne, ich hoffe die Stargatefans werden die Welt genießen, welche wir kreiert haben.